Tuned Space / 27. Januar 2008 / Maria am Ostbahnhof / Berlin

Für ein erstes Preview-Wochenende haben wir im Rahmen des clubtransmediale 2008 Künstler quer aus dem Klangkunst-Spektrum eingeladen, ihre Klangforschungen, Dekonstruktionen und Provokationen innerhalb des architektonischen Raums des Maria-Clubs zu unternehmen und dabei das Publikum vom konzentrierten Hineinhören in eine unsichtbare Micro-Welt gefundener Objekte und Sounds bis zur erdrückenden Body- und Buildingkraft subsonischen Grollens mitzunehmen.

Der Brite Dallas Simpson plant eine detaillierte und intime binaurale klangliche Untersuchung des städtischen Brachlands im Umfeld des Clubs und platziert dabei das Publikum akustisch über drahtlose Mikrofone und Kopfhörer direkt in seinem Kopf und seiner eigenen Wahrnehmung. Der schwedische Fieldrecording-Künstler BJNilsen untersucht zusammen mit der isländischen Cellistin Hildur Gudnadottir die genauen architektonischen und strukturellen Resonanzen der Instrumente Viola und Cello und der so genannten Wolfstöne, die mit Hilfe eines mehrkanaligen Speaker-Setups in Wechselwirkung mit der konkreten Raumakustik treten. Der baskische Noise-Aktionist Mattin verrät prinzipiell nichts über seine Performances – der Anti-Laptop-“Body & Linux”-Performer schätzt das Element der Überraschung und das Spiel mit Publikum und Rezeptionsverhalten. Daniel Menche aus Portland Oregon, USA nutzt ausschließlich seinen Körper für die Produktion eines überwältigenden, raumgreifenden Sounds, der gleichzeitig nach den Grenzen körperlichen Spielraums und struktureller Beherrschung sucht. Schließlich demonstriert der in den Niederlanden lebende Amerikaner Mark Bain sein „vibrasonisches System”, ein Set von Infrasound-Geräten, die Klangwellen in das Fundament eines Gebäudes injizieren und damit Klang und Raum fühlbar machen und unsere Vorstellung architektonischer Stabilität herausforden.

Dallas Simpson (UK)
BJ Nilsen
+ Hildur Gudnadottir (S/IS)
Mattin
(BASK)
Daniel Menche
(US)
Mark Bain
(US/NL)

Fotodokumentation des Performance_Programms von pablosanz.

Tickets: 12 €
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